Das Wasser wieder plätschern hören

Aus einer echt ungewöhnlichen Situation entstand der Entscheid, mich für die Integrale Politik als Kantonsratskandidat nominieren zu lassen. Die Politik erscheint mir trotz der Teilnahme an sämtlichen Abstimmungen in meinem Leben als künstliches, langsames, kriechendes Konstrukt, das den demokratischen Weg propagiert, jedoch auch ausgetrocknet wirkt – es braucht Wasser auf die Mühlen.

pascal

 

Ich lebe in einem Wohlstandsland, das dank seiner Leistungsbereitschaft, dank seinem Geschick, dank der hochgelobten und doch bröckelnden Neutralität, dank der Präzision und Innovationskraft toll dasteht. Ich spüre in vielen Ländern die Anerkennung meiner Herkunft.

Echte Integration

Im eigenen Land vermisse ich den echten Integrationsgedanken. Ich beobachte, dass man enkeltaugliche Projekte links liegen lässt, und mich stimmt traurig, mit anzusehen, wie finanzintensive Prestigeprojekte die Agenda mehr beherrschen als der Fokus darauf, wie wir uns hin zu einer friedvollen Gesellschaft entwickeln.

Jetzt habe ich realisiert, dass die Politik Menschen braucht, die es wagen, neu zu denken. Der Kampf gegen dieses und jenes in der Medizin, in der Politik, in der Wirtschaft und im Alltag ist so ausgeprägt, dass vergessen wird, dass wir im Grunde hochenergetische Wesen mit Bewusstsein und einem Willen zum Wandel in einem fleischlichen Körper sind.

Geld soll fliessen

Die meisten materiellen Errungenschaften auf verschiedenen Ebenen sind ehrlicherweise auch geschaffen aus Materie, die anderen Menschen und Nationen unter dem Deckmantel Handel auf die eine oder andere Art entzogen worden sind, vor allem  dank einer Sieger/Verlierermentalität. Wir horten eine riesige Geldmenge, die aus meiner Sicht, wie Wasser, viel mehr fliessen soll – das Grundeinkommen wird kommen als logische Konsequenz realisierter Werte. Die Kraft des Wassers beginnt im einzelnen Tropfen. Wasser ist Lebensquell und bringt mit sich eine reinigende Qualität.

Was ist nun die Aufgabe eines Kantonsrates wirklich? Was ermöglicht ein Verwässern, eine Auflösung des laufenden Steigerungsspieles? Wir alle tragen viele Fragen, die ich, im ursprünglichen Sinne verstanden, durchaus zu realpolitischer Natur zähle. Es gibt viele, kleine und konkrete Handlungsschritte, die viel einfacher umgesetzt werden könnten – ganz im Sinne von „steter Tropfen höhlt den Stein“.

Verantwortung statt Abhängigkeit

Wie befreien wir uns etwa aus der leidigen Geschichte der Krankenkassenabhängigkeit hin zu einem gesundheitssensitiven und daraus selbstbewussten Volk mit einzigartigen Individuen? Wie gelingt es uns, im Umgang miteinander eine Sprache des Herzens zu leben? Wie gelingt die Balance, bei der Kinder in geeignetem, ruhigem Umfeld sich vom Leben faszinieren lassen können, wo Lernen natürlich geschieht, ohne Zwang und Anpassungsdruck von aussen? Welche verantwortungsbewussten Menschen können diese lebenswerten Strukturen wieder schaffen?

Wie gelingt es, weniger Gesetze zu erlassen, uns sogar aus deren Klammer zu befreien? Wo sind die Politiker, die sich mutig einsetzen für solch offensichtliche Anliegen? Brauchen wir dafür mehr Räume für Sitzungen oder für die Entfaltung?

Gern helfe ich mit, Lösungen zu entwickeln. Die Freude schwingt angenehm mit, gemeinsam hinter die Abläufe zu blicken und die Kräfte zu entlarven, die das alte Machtgefüge unter allen Umständen aufrechterhalten wollen. Ich trete ein für eine deutliche Entschleunigung – Schritte hin zu einer heilsamen Einfachheit, damit wir das Wasser wieder plätschern hören.

Pascal Furrer (IP Zentralschweiz)