Das war das Besser leben Festival 2016

von Jeannine Brutschin
jeannine_qDas diesjährige Besser leben Festival 2016 stand unter dem Motto „Bewusst, bewegt, konkret und kreativ – für ein positives Lebensgefühl und Frieden” und fand am 5. November im Bürenpark in Bern statt. Es war ein verbindender, lebendiger und vielseitiger Tag.
Der Markt, an dem über 40 Organisationen ihre Arbeit für eine bessere Welt vorstellten, wurde gut besucht. Die Standbetreibenden freuten sich über viel Resonanz und Interesse. Das Spektrum der Marktstände ist von bewusst bis kreativ im Vergleich zu den Vorjahren nochmals breiter geworden.
Der Fokus des diesjährigen Marktes lag auf der Vernetzung der Organisationen untereinander. Ein interaktiver Programmteil moderiert von Jeannine Brutschin ermöglichte es den BesucherInnen und Standbetreibenden, sich gegenseitig näher kennenzulernen, Kurzvorträge zu besuchen und miteinander auszutauschen.
habiba2_qDie Vorträge von Astrid Habiba Kreszmeier zum Thema „Vielstimmiger Frieden verbunden in Herzenskraft“ und von Thomas Braunschweig, der im Namen von Public Eye (ehemals Erklärung von Bern) über „Handel mit Agrarprodukten und die Macht der Mächtigen“ informierte, waren gut besucht.
Astrid Habiba Kreszmeier sprach mit viel Engagement über die sprachliche Entwicklung des Bewusstseinsbegriffs und über mögliche blinde Flecken von uns „Nordländern“. So machte sie deutlich, dass im Laufe der Entwicklung die Bedeutung des Mitwahrnehmens und Mitempfindens verlorenging und das Bewusstsein auf eine reine Wissensdimension reduziert – und dadurch auch der Zugang zur bildhaften Arbeitsweise des Bewusstseins eingeschränkt wurde. Sie sprach von der Unterdrückung von Vielfalt, die sich auch in der Unterdrückung der indigenen Völker ausdrücke, oftmals einhergehend mit der kollektiven Unterdrückung des „Weiblichen“ zugunsten von Macht und Profit von wenigen.
thomas1_qThomas Braunschweig zeigte anhand von gut recherchierten Beispielen auf, wie sich die Machtkonzentration im Agrarhandel immer weiter zuspitzt und welche Schlüsselrolle die Schweiz als Drehscheibe für Agrarhandel spielt. Während die Weltbevölkerung und deren Lebensmittelverbrauch stetig wachse, nähme die Zahl der Nahrungsmittelkonzerne immer weiter ab. Ob Saatgut, Tierzucht, Pflanzenschutz, Verarbeitung oder Vertrieb: Unsere Nahrung werde heute von einer Handvoll Unternehmen kontrolliert.
Die Vorträge waren ein Plädoyer fürs Hinschauen und für die Vielfalt (in der Nahrungsmittelproduktion und in unserem Bewusstsein) und regten zum Hinterfragen der eigenen blinden Flecken und Verhaltensweisen an.
Ein weiteres Highlight des Festivals war die feierliche Glückwunschzeremonie für die Gründung von wandel.jetzt: kim_qdiese sich im Aufbau befindende Internetplattform macht es möglich, dass Wandel-Organisationen in Zukunft vernetzt als gut sichtbare Kraft gemeinsam nach aussen auftreten können. Eine breit abgestützte und grosse Zahl von mitgründenden Organisationen überbrachte ihre Glückwünsche.
Umrahmt wurde das Programm mit Bewegung und Meditation angeleitet von Ladina Kindschi und der Musik von Karin Jana Beck und Matthias Gerber alias Stimmvolk, die unsere Körper und Herzen zum Schwingen und Klingen brachten.
Grossen Dank allen Menschen, die zum Gelingen des Festivals beigetragen haben. Speziellen Dank allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz entscheidend zur entspannten Atmosphäre beigetragen haben und dem grossartigen Berner Organisationsteam. Danke für die grosszügigen Essensgaben, sodass wir das reichhaltige Mittagsbuffet geniessen konnten.
Wir freuen uns, Euch im 2017 nach Luzern einladen zu können und wiederum den Wandel mit dem Besser leben Festival zu stärken und zu feiern!markt_s