Grossen Dank für die Mitarbeit von Nadja Stöckli und Alberto Cerri

Alberto Cerri hat uns von 2014 bis 2016 im Vorstand beraten und unterstützt. Wir haben in ihm einen interessierten und engagierten Mitwirkenden kennengelernt, der durch seine Intelligenz, seinen Fleiss, seine Seriösität und seinen verhaltenen Tessiner Charme beeindruckte.
Schon bald stellte er sich als Prüfer für die laufenden Ausgaben und als zweiter Unterschriftsberechtigter der beiden Bankkonti zur Verfügung, was er sehr gewissenhaft erledigte und auf unser Drängen hin auch noch zwei Jahre weiterführte – auch nachdem er sich aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand bereits zurückgezogen hatte. Nun will er dies nicht mehr verantworten, da er zu weit weg ist vom Geschehen.
Wir haben uns mit Alberto Cerri mit seiner warmen und sörgfältigen Präsenz sehr wohl gefühlt und bedanken uns bei ihm für alles, was er für die Integrale Politik gemacht hat. Von Herzen wünschen wir ihm alles Gute auf seinem Weg und freuen uns sehr, wenn wir ihm an unseren Anlässen weiterhin begegnen dürfen.


Als zuverlässige und treue Seele hat uns auch Nadja Stöckli jahrlang untersützt. Wir waren sehr glücklich und dankbar für ihre Arbeit! Mit ihrer liebenswerten, fleissigen, kompetenten und humorvollen Art betreute sie in einem 20%-Pensum ab 2012 bis September 2018 folgende Gebiete:

  • Buchhaltung – mit Zahlungen, Rechnungen, Mitgliederbeiträgen, Mahnungen, Buchungen, Abschluss und Revision
  • Kommunikation mit den Mitgliedern
  • Mitorganisation an den Anlässen
  • Newsletter-Gestaltung samt Versand
  • und vor allem bei der Gestaltung und dem Unterhalt der Website, was sie aufgrund ihres bewundernswerten technischen Flairs mit Bravour und Leichtigkeit managte.

Still im Hintergrund wirkend unterstützte sie uns auf vielfältigste Weise so gut, dass wir erschraken, als sie uns mitteilte, dass ihre berufliche Weiterentwicklung in ihrem eigentlichen Wirkungskreis als Solartechnik-Fachfrau ihr nun ein grösseres Pensum abverlangten werde. Wir konnten es uns fast nicht vorstellen ohne sie weiterzumachen, obwohl wir ihr den Erfolg von Herzen gönnten. Aber auch hier hat sie uns bestens unterstützt und uns genügend Zeit gelassen und vielfältige Hilfe angeboten, um ihre Aufgaben gut zu übergeben.
Wir wissen kaum, was wir mehr vermissen werden: ihre tolle Arbeit oder ihre herzliche Person. Liebe Nadja, wir wünschen dir von Herzen das Allerbeste und hoffen, dir in Zukunft auch weiterhin begegnen zu dürfen.

Tag der Bewusstheit und Stille – Meditationstag

Tag der Bewusstseins

Am 20. Oktober trafen sich zehn Menschen in Solothurn, um gemeinsam die Verenaschlucht zu besuchen. Organisiert wurde der Tag von der Gruppe Veilleuse ZH und AG. Die Absicht für diesen Anlass war, sich in Meditation und Gesprächen zu verbinden, um das Anliegen der Integralen Politik von innen her zu stützen und zu erden.

Der stille Weg durch die Schlucht an den Kraftort mit der Einsiedelei liess uns immer mehr eintauchen und das Fliessen des Wassers dem Pfad entlang und die Übergänge bei den Brücken wurden zum Bild für den Wandel. Das gemeinsame Singen in der Verenakapelle war sehr stimmig. Im anschliessenden Gespräch konnten wir die Eindrücke vertiefen.
Gemäss der Agenda soll dieser Tag jährlich durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die regionalen Veilleuse-Gruppen, die durchs Jahr miteinander unterwegs sind und arbeiten, sich zusammen zu einem Anlass finden, zu dem interessierte IP-Mitglieder eingeladen und willkommen sind. Programm und Datum sind auf der Website der IP zu gegebener Zeit abrufbar.

Nächster Meditationstag der Veilleuse: Samstag, 26. Oktober 2019

Ruth Bänziger (IP Veilleuse)

Ein IPler in der Realpolitik – Aufruf zur Begegnung

Seit dem 1. Juli bin ich als Gemeinderat in der kleinen Gemeinde Boniswil am Hallwilersee tätig. Dazu kam ich wie die Jungfrau Maria zu ihrem Kind. Niemand wollte sich offiziell für das freigewordene Amt bewerben. Schliesslich kam es zu einer freien Wahl, bei der jede stimmberechtigte Person des Dorfes wählbar war. Ich ging zu meinem Nachbarn um ihn zu bewegen, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen. Er lehnte ab. Also begann ich für mich selber zu werben und der Verein „Zukunft Boniswil“ unterstützte spontan mein Unterfangen. Das absolute Mehr (über 50% aller Stimmen) erhielt ich bereits im ersten Wahlgang. Somit bin ich wohl der erste offizielle IPler in einem politschen Amt dieser Art.

Was bedeutet aber das und was ist das IP-Spezifische daran? Wie lässt sich der ganzheitliche und achtsame Moment in einer Exekutive überhaupt verwirklichen, wenn bereits so vieles vorgespurt ist? Diese Frage beschäftigte mich von Beginn an. Natürlich schaue ich alles aus einer etwas anderen Brille an, z.B. aus einer eher ökologisch-spirituellen Sicht. Was hat das aber mit der kleinen Begrüssung zu tun, die ich am Nationalfeier-Brunch ausrichten durfte? Was hat das mit dem Ausbau einer Kantonsstrasse zu tun oder meinem Mitwirken in der Fernsehgenossenschaft, in der ich automatisch wie auch unerwartet im Vorstand mitwirken darf? Wie kann ich die Haltung von Suffizienz einbringen und wo ist achtsame Stille möglich?

Ich möchte hier ein paar kleine Antworten wagen. Zuerst möchte ich aber vorausschicken, dass das Kollegium des Gemeinderates mir sympatisch ist. Es sind vier Mitstreiter*innen, denen ich ihre politische Couleur kaum anmerke. Ich begegne echtem Wohlwollen, welches von Interesse und Offenheit getragen ist. Und manche tragen ein integrales Bewusstsein in sich, ohne dass sie es mit diesem Etikett versehen. Wie kann aber ich mich integral einbringen? Hierzu zwei Schwerpunkte, die mir wichtig sind:

  1. In der täglichen Sachpolitik suche ich eine Haltung, die unvoreingenommen ist. Ich lasse mich nicht von Schwarz-weiss-Denken mitreissen, sondern von meiner Sorge fürs Ganze. Dabei achte ich auf meinen Körper, wenn es um Entscheidungen geht, und nicht auf vorgespurte Meinungen. So bin ich glücklich, dass unsere Asylsuchende ein von der Geminde gekauftes und sanft renoviertes Häuschen bewohnen können, reagiere aber kritisch, wenn ihnen alle Tagesprobleme abgenommen werden, sie also nicht selber etwas strampeln müssen, um ein Problem zu lösen. Ich will nicht, dass sie sich uns ausliefern und dabei entmündigen lassen, auch wenn dies zuerst manchal einfacher ist. Es geht mir hier um das Gefühl von Würde und der Zumutung, dass selbstbestimmte Begegnungen in der Fremde einen Schritt von beiden Seiten abverlangen.
  2. Der Schritt in ungewisse Begegnungen wird auch von mir gefordert. Diese Woche hatten wir Gemeindeversammlung. Die Mehrheit der Anwesenden äusserten sich wohlwollend zu einem Begegnungsplatz, der für Kinder und Familien projektiert worden war, aber mir fielen mehrere junge Männer auf, die teilweise bitter das Projekt bekämpften. Einer unter ihnen äusserte sich auch sehr kritisch gegenüber den neu gewählten Gemeinderäten, die nichts anderes als fremdgesteuerte Marionetten seien. Ringend rief er in den Saal: „Ich bin enttäuscht!“ Nach der Versammlung machte ich mich auf, um ihn kennenzulernen. Mein Kopf sagte mir zwar, dass ich ihn nicht ernst nehmen sollte, in meinem Bauch verspürte ich aber echte Neugier nach einer Begegnung mit diesem Menschen, der mich so eindeutig als Feind ausmachte. Leider war dieser junge Mann bereits weg, aber es gab auch noch die anderen Männer, die mich misstrauisch beäugten und mir offensichtlich nicht wohlgesinnt waren. Einigen gab ich die Hand und suchte das Gespräch. Es war kein einfacher Moment, denn auch in mir tönte eine Stimme die mir sage: „Mit denen willl ich nichts zu tun haben!“ Ja, ich hätte unter „Meindesgleichen“ bleiben und die andere Seite meiden können. Das wäre für mich einfacher gewesen. In meinem Bauch verspürte ich aber diese Neugier und die Lust nach Begegnung. Also machte ich mich auf, um vermeintlich feindliche Hände zu schütteln. Es waren aber keine Feinde, denen ich begegnete. Es waren Menschen wie du und ich, die zuerst etwas widerwillig, sich dann aber zunehmend erfreut auf mich einließen.

Ich glaube, dass solche Begegnungen verändern. Mein Gegenüber und auch mich. Die Transformmation kann nur in Begegnungen stattfinden, auch die integrale Transformation zu einer ganzheitlichen und lebensdienlichen Gesellschaft.

Marc Schmuziger (IP Vorstand)

Spannendes „Besser Leben Forum 2018“ in Olten

Das „ökologischen Grundeinkommen“ war das Thema des «Besser Leben Forums» in der Schützi Olten vom 3. November, zu dem Integrale Politik Aargau eingeladen hatte. Beeindruckend war das Referat von Dr. Ulrich Schachtschneider «Mit dem ökologischen Grundeinkommen aus der Wachstumsfalle» und die anschliessende Podiumsdiskussion dazu.

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist in der Schweiz spätestens seit seiner Volksinitiative bekannt – allerdings wird insbesondere dessen Finanzierung immer wieder kontrovers diskutiert. Der Referent lieferte dazu eine mögliche Antwort: Ein «Tax & Share»-System, d.h. eine Erhebung von Umweltabgaben, welche die wahren Kosten eines Produktes reflektieren sollen (also auch versteckte Kosten, Umweltauswirkungen etc.) und schliesslich über ein Grundeinkommen wieder an die Bevölkerung zurückverteilt würden. Nicht nur zur ökologischen Lenkung, sondern auch ein Weg, um langsam ins Grundeinkommen hineinzuwachsen. In einer sehr reduzierten Form existiert dieses Prinzip bereits in der Schweiz in Form von Lenkungsabgaben auf Brennstoffe.

Die anschliessenden Podiumsdiskussion vereinte Vertretende aus der Politik und von Organisationen aus der Zivilgesellschaft – Daniel Häni (bedingungsloses Grundeinkommen), Seraina Seyffer (Gemeinwohlökonomie), Jonas Fricker (Grüne) und Franziska Herren (Initiative für sauberes Trinkwasser) –, die das Thema aus ihrer jeweils einzigartigen Perspektive beleuchteten.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch das Duo «Belle & Bass» stimmig untermalt – die musikalischen Pausen gaben den Teilnehmenden immer wieder die Möglichkeit zum Innehalten und Reflektieren.

Nach einem reichhaltigen Teilete-Buffet starteten die Teilnehmenden des Forums gestärkt ins Nachmittagsprogramm: In einem ersten Teil wurde den verschiedenen Organisationen, die mit ihren Ständen die Veranstaltung bereicherten, eine Plattform gegeben, um sich kurz vorzustellen. Danach fanden sich alle Anwesenden in kleinen Arbeitsgruppen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, was sie vom Vormittag mitgenommen hatten und wie ihre ersten konkreten Schritte in der Umsetzung eines ökologischen Grundeinkommens aussehen könnten.

In der anschliessenden Ernte der Nachmittagsarbeit kam unter anderem zutage, wie beeindruckt viele Forumsteilnehmende von der Lancierung der Trinkwasserinitiative sind, die viel Mut abverlangte. Dies macht Lust darauf, selber aktiv zu werden und solch wichtige Anliegen in den öffentlichen Raum zu tragen – wie es beispielsweise mit dem Besser Leben Forum geschehen ist. Weiter wurde angemerkt, dass das bereits existierende Schweizer Mini-Öko-Grundeinkommen bekannter gemacht werden solle, um den Menschen zu zeigen, dass das Prinzip ja bereits funktioniert.

Andere wichtige Erkenntnisse der Teilnehmenden waren die Wichtigkeit eines Wertewandels (z.B. in Form von bewusstem Konsum), die Erforderlichkeit von kreativen Lösungen und die dringend notwendige Rückbesinnung auf das SEIN anstelle des HABEN, auf ein gemeinsames, mutiges TUN mit Herz – und zwar jetzt, sofort!

«Es war ein schönes Fest, das alle Sinne ansprach, mit vielen Begegnungsmöglichkeiten und guten Gespräche mit interessanten Menschen. «Vielen Dank für die ganze Organisation!», lautete nur eine der vielen positiven Rückmeldungen.

Sandra Cox (IP Aargau)