Integrale Europäische Konferenz 2018

von Niklaus Bayer, IP St. Gallen

IEC 2018_q“Verbündete der Evolution sein“
Vom 22. – 27. Mai nahm ich zusammen mit ca. 20 anderen Schweizerinnen und Schweizern an der 3. Europäischen Integralen Konferenz in Ungarn teil. Während sechs Tagen trafen sich in Siofok am herrlichen Balatonsee über 600 integral interessierte und integral lebende Menschen aus 48 Ländern, um sich über die integrale Herangehensweise in ganz unterschiedlichen Feldern auszutauschen, zu lernen und zu feiern. Hochkarätige Referate und eine Fülle von Präsentationen und Workshops zeigten die Breite integralen Suchens und Handelns in Feldern wie Wirtschaft, Bildung, Psychologie, Spiritualität, Organisationsentwicklung und Führung, Feminismus, neue Technologien, Kunst, sozialer Wandel.

Drei Workshops befassten sich auch mit integraler Politik. Der Bolivianer Raul Aramayo stellte die Friedensarbeit in 26 Gemeinden im Kolumbien vor, die mit Wilbers AQAL Ansatz durchgeführt wird. Die Ungarin Magdalena Smieszek, die zurzeit in Ostjerusalem lehrt, erläuterte die Entwicklung der Menschenrechte parallel zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins.

Meine eigene Präsentation mit dem Titel „Ist integrale Politik im Jahr 2018 schon möglich?“ bestand aus einer Gegenüberstellung von 12 Jahren IP Schweiz mit „the alternative“ aus Dänemark/England (https://www.thealternative.org.uk/). Ziel war, die Leute zu inspirieren, Ansätze für ihr eigenes Land zu skizzieren. Von den 22 Besuchern aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Dänemark, der Ukraine und den USA kam ein bunter Strauss von Ideen zusammen. Die Stichworte der Ideen finden sich unten.

Interessant war: Die IP Schweiz wird international in integralen Kreisen als ein wichtiges politisches Experiment wahrgenommen, als einzige Organisation mit explizit integraler Landkarte. Von verschiedensten Seiten erhielten wir tiefe aufmunternde Worte, auch Worte der Bewunderung und konkrete Hinweise zu internationaler Vernetzung zum Beispiel mit „integral City“ oder „the alternative“.

Höhepunkt der Tagung war für mich war das vierstündige Grossgruppenereignis zum Thema „Frieden für Europa“. In grosser Achtsamkeit und hoher Intensität entwickelte sich mit ca. 300 Teilnehmenden ein Prozess, der neue Einsicht brachte und in einer gemeinsamen, empathischen Zuwendung zum ausgebeuteten Afrika gipfelte.

Überglücklich und voller Impulse und Verbindungen kehrte ich zurück aus Siofok.

Ergebnis aus der Gruppenarbeit zu Integraler Politik
Wo könnt ihr für eine integrale Politik in eurem Land ansetzten?

Zu Empathie: Empathie für die, die Angst haben; die lokale Achtsamkeit in die Politik einbringen; Emotionale Gleich-Wertigkeit von Mann und Frau stärken.

Zu Intelligenz des Herzens: Wir brauchen eine Politik aus dem Geist des Herzens; Trennung und Gegnerschaft mit dem Herzen überwinden.

Zu Konfliktlösungen: Bei Konflikt Themen aus dem Herzen angehen, Werte, Emotionen, und nicht Meinungen stehen im Vordergrund…; Grossgruppenprozesse zu Konfliktthemen initiieren; Open changing formats: offene Formen und Methoden von Veränderung.

Zu Integral als Landkarte: Unterstützung oder Ermöglichen von blauen, orangen und grünen Initiativen; Präsentationen und Ideen mit AQAL (alle Quadranten, Ebenen, Linien) zeigen; Auf ein einziges Thema fokussieren, um gesehen zu werden; Dänemark scheint grün zu sein, die nächste Stufe der Gesellschaft ist grün; Grünes Thema mit Vision aufgreifen; Schweden hat auch eine ähnliche Initiative wie „the alternative“, integrale Werte sind zunehmend im Kommen.

Zu Ideologie: Keine Programme, die Ideologien und Verfestigungen, Verhärtungen nähren; Die Werte flexibler zeigen, sie mit Inhalten nähren.

Zu den USA und dem Demokratieverlust: in den USA bestimmt das grosse Geld die Politik; Echte Demokratie und Transparenz wiederherstellen.